Die Künstler*innen
Das Cover wird jedes Jahr von von einer/m kurdischen Künstler*in gestaltet:

Thabet Michael Shabeh
Der Bildhauer Thabet Michael Shabeh wurde 1963 in der überwiegend christlichen Stadt Baghdida in der Ninive-Ebene geboren. Er besuchte die Academy of Fine Arts Sculpture der Universität Baghdad und war Mitglied der Bildhauervereinigung von Ninive. Thabet Shabeh hat an vielen Ausstellungen und anderen künstlerischen Aktivitäten im In- und Ausland teilgenommen. Zu seinen Werken zählen zahlreiche öffentliche Denkmäler, darunter das Denkmal „Unserer Lieben Frau der Befreiung“ im Baghdader Stadtteil Karada sowie eine Reihe von Denkmälern vor irakischen Kirchen, von denen einige vom „Islamischen Staat“ zerstört und entfernt wurden, einige jedoch nach der Befreiung wiederhergestellt wurden. Neben den Figuren arbeitet er auch mit Wandmalereien aus Stein und als Maler. Ein wichtiges Thema seiner Arbeiten ist das Leiden, dem Christen, Êzîdî und andere Minderheiten durch den Genozid des „Islamischen Staats“ und dessen Terrorismus ausgesetzt waren. Er thematisiert aber auch historische Massaker und Genozide gegen die christlichen Minderheiten des Nahen Ostens. Thabet Michael Shabeh kehrte nach der Befreiung der Stadt in seine Heimatstadt Baghdida zurück, wo auch sein Sohn Nenous Thabet als Künstler arbeitet.

Ramadan Hussien
Ramadan Hussien wurde 1972 in Serê Kaniyê, Syrien, geboren. Mit 16 Jahren
schickte sein Vater ihn nach Latakia um Landwirtschaft zu studieren. Hussien entwickelte schon in frühen Jahren ein Interesse für Kunst. In der Stadt lernte er dabei neue KünstlerInnen und Kunstformen kennen.
Mit dem Ausbruch der syrischen Revolution in 2011, entschied sich Hussien mit seiner Familie Syrien zu verlassen. Sie reisten von der Türkei nach Griechenland, Mazedonien und letztendlich nach Österreich. Auf dem Weg verlor er viele seiner Gemälde. Seit 2014 lebt und arbeitet er als Künstler in Österreich.

Hüseyin Işık
Hüseyin Işık wurde in der Osttürkei geboren. Er zeigte bereits als kleines Kind Interesse
am Zeichnen und bildnerischen Gestalten. Er studierte an der Marmara Universität
für schöne Künste und war als Zeichner, Illustrator, Karikaturist für verschiedene
Zeitungen und Zeitschriften tätig. Seit 2003 lebt und arbeitet er in
Friedrichshof/Burgenland. Er realisierte zahlreiche Ausstellungen, Installationen,
Aktionen, Performances und Filme im In- und Ausland in verschiedenen Galerien,
Museen, Kunsthallen und im öffentlichen Raum.

Hüseyin Işık
Hüseyin Işık wurde in der Osttürkei geboren. Er zeigte bereits als kleines Kind Interesse
am Zeichnen und bildnerischen Gestalten. Er studierte an der Marmara Universität
für schöne Künste und war als Zeichner, Illustrator, Karikaturist für verschiedene
Zeitungen und Zeitschriften tätig. Seit 2003 lebt und arbeitet er in
Friedrichshof/Burgenland. Er realisierte zahlreiche Ausstellungen, Installationen,
Aktionen, Performances und Filme im In- und Ausland in verschiedenen Galerien,
Museen, Kunsthallen und im öffentlichen Raum.

Tania Raschied
Tania Raschied wurde in Sulaimaniya (Kurdistan/ Irak) geboren und lebt und arbeitet
seit 1988 in Wien. In den letzten zwei Jahrzehnten hat sie zahlreiche Fotoausstellungen
in Kurdistan/ Irak und in Österreich realisiert. 2016 hat sie den Salon Modena
Art mitbegründet.
Die alltäglichen menschlichen Spuren kann Tania Raschied mit ihrer Kamera bewusst
in Szene setzen. Es ist nicht allein ihr Blick auf das Abstrakte, wodurch Alltagsgegenstände
oder Details von Bauwerken in den Blickpunkt gerückt werden. Sie
sieht auch die Schönheit und Schaffenskraft in kleinen Details.
Das Coverfoto stammt aus dem Tempel Makam Khder Zinda in Khanaqin. Frauen
haben Hennapaste an den Tempelwänden aufgebracht, um ihren Gebeten Nachdruck
zu verleihen.

Meyadin Demirbaş
Der Künstler Medayin Demirbaş wurde 1978 in Elazığ geboren. Seine Eltern stammen ursprünglich aus Dersim. Medayin Demirbaş versteht sich als „Straßenkünstler“. Als seinen Lehrer bezeichnet er den Bildhauer Nurettin Orhan. Zu seinen Werken zählen Graffitti- und Bildhauerarbeiten. Auf dem Cover ist die Arbeit Meleke Taus zu sehen.

Saman Kareem Ahmed
Der Künstler Saman Kareem Ahmed stammt aus Sulaimaniya/Nordirak und lebt seit 2008 in Graz/Österreich. In seinem Werk beschreibt er vielfach seine Erfahrungen mit Sprache: mit der Muttersprache, die in der Diaspora ihre Funktionalität stark verändert hat; mit der in der Diaspora neu anzueignenden Sprache und Schrift; und mit den komplexen Sachverhalten, die in dieser neuen Sprache auszudrücken sind. In dieser Situation ist – mehr noch als Sprache – die Kunst oft Ausdrucksmittel der Wahl. Das Cover-Bild trägt den Titel „Flut“. Es thematisiert Fluchterfahrungen und ihren engen Zusammenhang zu Gewalt und (sprachlicher) Ausgrenzung.

Ravo Ossman Sinjari
Ravo Ossman Sinjari wurde am 2. April 1971 im Dorf Tel Qassab in der Region Şingal geboren. Von 1987 bis 1992 studierte er auf der Kunstakademie in Mosul und stellte 2005 erstmals in einer eigenen Ausstellung in Silêmanî (Kurdistan Region im Irak) aus. 2008 folgte eine weitere Einzelausstellung in Silêmanî. 2009 flüchtete Ossman nach Europa und versuchte nach Deutschland zu kommen, wo er in den dortigen êzîdischen Gemeinden bereits Verwandte und Freunde kannte. Allerdings wurde er von der Polizei erwischt, musste aufgrund von Dublin III in Italien bleiben und ließ sich in Bozen nieder. Von sich selbst sagt er, dass er der einzige Êzîdî in Südtirol wäre. In Europa stellte er seine Bilder zuletzt im Rahmen der öffentlichen Vorstellung der Êzîdî Friendship Group im Oktober 2016 im Europäischen Parlament in Brüssel aus. Die dort ausgestellten Bilder stammen allerdings aus seiner Arbeit in Bozen. Seine Bilder aus dem Irak hatte Ravo Ossman bei seiner Emigration nach Europa in seinem Dorf gelassen, da er hoffte einmal zurückkehren und damit ein Museum in der Region eröffnen zu können. Seit sein Dorf 2014 vom so genannten „Islamischen Staat“ erobert wurde, vermutet er, dass seine Bilder alle zerstört wurden. Da sich sein Dorf immer noch in der Gewalt des IS befindet und auch über zwei Jahre später nicht befreit wurde, ist der Verbleib seiner Bilder jedoch weiter ungeklärt.

Faek Rasul
Das Coverbild des diesjährigen Jahrbuches stammt von dem kurdischen Künstler Faek Rasul, der 1955 in Kirkuk/Irak geboren wurde und seit 1988 in Wien lebt. Rasul erhielt 1980 das Diplom des Institutes für Kunst in Baghdad, war von 2000–2005 Leiter der Internationalen Galerie M-Art, Wien und ist seit 2007 Leiter der kleinen galerie, Wien. Rasul ist ein international anerkannter Künstler, dessen Werke in Ausstellungen in der ganzen Welt gezeigt werden. Zuletzt beschäfigte sich der Maler in seinen Werken intensiv mit Raum und einer Welt ohne Grenzen.

Dara Ola (DARO)
Das Coverbild des diesjährigen Jahrbuches stammt von Dara Ola (DARO), der in Sulaimaniya, Kurdistan Irak, geboren wurde. Im Jahr 1988 kam er nach Österreich und studierte an der Akademie der Bildenden Künste in Wien Grafik und Druckgrafische Techniken. Von 1999-2009 lehrte er an der Internationalen Sommerakademie für Bildenden Künste in Salzburg und 2011 in Traunkirchen. Seit 2013 unterrichtet Dara Ola an der Sulaimaniya Kunstakademie. Seit 1988 hat er azhlreiche Ausstellungen in Museen und Galerien in verschiedenen europäischen Ländern gestaltet.

Malva Omar Hamdi
Das Coverbild des diesjährigen Jahrbuches stammt von Malva Omar Hamdi, einem syrisch-kurdischen Künstler, der 1952 in al-Hasaka gebohren wurde und seit 1978 in Wien lebt.
Malva Omar Hamdi ist ein international anerkannter Künstler, dessen Werke in Ausstellungen in ganz Europa, in den USA und in Syrien gezeigt wurden und über den eine Reihe von Publikationen erschienen sind.